Gott wird grün!

 

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Ja zur Kirche – Danke

Sie haben es vielleicht mitbekommen: Ich bin beruflich unter Druck geraten, meine Stelle soll abgeschafft werden. Seitdem davon öffentlich – unteranderem Dank dieser Zeitung – davon die Rede ist, erzählen mir immer mehr Menschen, wie sie beruflich abserviert werden. Es sind mehrheitlich Menschen ab 50, die mir Dramen am Arbeitsplatz oder gar von einer Kündigung per SMS schildern. Doch das ist erst der Anfang der Misere: Auf dem Arbeitsmarkt haben Ältere sehr schlechte Karten. Warum haben mir diese Menschen in den Jahren zuvor selten oder nie davon erzählt? Ich sehe es ihren Augen an: Weil sie sich schämten. Arbeitsplatz- verlust empfinden wir als Schande, sie macht uns zu Ausgestossenen. Nun betrifft es möglicherweise mich selber. Den Job zu verlieren stempelt uns zu Verlierern der Leistungsgesellschaft. Lieber schweigen wir, als in aller Öffentlichkeit von dieser demütigenden Erfahrung zu reden. Aber ist das gut? Im Unterschied zur klammheimlichen „Entsorgung“ von Arbeits- kräften in der Wirtschaft wird in meiner Kirche darüber debattiert. Das ist einerseits schwierig: Verstecken ist unmöglich, die Diskussion ist öffent- lich, man steht am Pranger. Andererseits ist es doch auch grossartig, wie demokratisch meine Kirche organisiert ist. Im Unterschied zu Banken, Versicherungen und weiteren angeblich der Effizienz verpflichteten Unter- nehmen, die widerspruchslos ganze Heerscharen von scheinbar zu alten Arbeits- kräften entlassen, muss in meinem Fall demokratisch darüber abgestimmt werden. Stellen Sie sich eine Bank oder eine Versicherung vor, welche sich bei der Entlassung von Mitarbeitern – oft als notwendige Reorganisation schön geredet – diesem demokratischen Prozess stellen müsste! Als Stimmbürger haben Sie am letzten Sonntag ein wuchtiges Ja zu den Kirchen gesprochen. Ich danke Ihnen dafür. Sie haben damit auch Ja gesagt zu einer demokratisch organisierten Kirche. Das erschwert Lohnungerechtigkeit und Diskriminierung aufgrund von Alter, Geschlecht oder was auch immer. Bisweilen wirkt die Kirche – z.B. in meinem Fall? – dadurch uneinig. Dass liegt nicht daran, dass andere Firmen fairer sind, sondern daran, dass es nur bei der Kirche möglich ist, darüber nicht den Mantel des Schweigens zu decken.

 

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